Fazit zu den UN-Verhandlungen zur Biologischen Vielfalt

Inga Fink aus dem Vorstand der NAJU Baden-Württemberg nahm im Rahmen des Projekts „Voice for Biodiv“ des NAJU Bundesverbands als Jugenddelegierte an den UN-Verhandlungen zur Biologischen Vielfalt teil. Zweieinhalb intensive Verhandlungswochen – Und jetzt? Ein Fazit von Inga Fink.

Inga Fink (NAJU) bei der UN-Biodiversitätskonferenz COP 14 in Ägypten - Foto: L. Hindriks

10.12.2018 - Zweieinhalb intensive Verhandlungswochen – Und jetzt?

Die letzten zweieinhalb Wochen in Ägypten sind wie im Flug vergangen. An
jedem einzelnen Tag gab es auf der Konferenz einiges zu tun und immer
passierte an verschiedenen Orten viel gleichzeitig. Mehr und mehr konnte ich
verstehen wie die Konferenz strukturiert ist und wie genau die
Entscheidungsprozesse ablaufen. Auch die Positionen der unterschiedlichen
Länder lernte ich kennen und bald fügte sich alles in ein großes Ganzes ein.

Besonders in den letzten Verhandlungstagen wurde mir deutlich, wie wichtig
gutes Verhandlungsgeschick und vor allem Durchhaltevermögen sind. Natürlich
gelang es dabei nicht allen Ländern gleich gut, überhaupt durch Delegierte in
allen Verhandlungsrunden zu relevanten Themen anwesend zu sein. Manche
Staaten konnten Delegationen von gut 30 Leuten stellen, andere jedoch nur
einige wenige Delegierte. Ich denke von daher, dass es ein Anliegen sein sollte,
die kommenden Konferenzen inklusiver zu gestalten, sodass auch kleine
Delegationen die Möglichkeit haben, in allen wichtigen Arbeits- und
Kontaktgruppen, in denen die Themen verhandelt werden, anwesend zu sein.

Darüber hinaus fiel uns die verbesserungswürdige Nachhaltigkeit des
Veranstaltungsortes auf. Die Klimaanlagen wurden anfangs auf 9°C eingestellt,
auf dem gesamten Gelände gab es ausschließlich Einwegplastikgeschirr und
Pappbecher, zunächst keine vegetarischen Gerichte und Werbung von einer
Airline. Die ganze Umgebung war eine Tourismusoase, wodurch natürlich
Sicherheitsstandards und Übernachtungsplätze gegeben waren, allerdings auch
in wertvolle Naturräume eingegriffen worden war. Da wir jedoch genau auf dieser
Konferenz darüber verhandelten, wie wir die biologische Vielfalt erhalten können,
sollten wir möglichst mit gutem Beispiel vorangehen. Ich erhoffe mir, dass bei
kommenden Konferenzen die Gastgeberländer weiter darin unterstützt werden,
die Veranstaltung möglichst umweltfreundlich auszutragen und gegebenenfalls
auch Umweltaspekte als Richtlinien für die Wahl des Veranstaltungsortes
hinzugezogen werden.

Positiv hervorheben kann ich jedoch die Erfahrung, wie wir als Jugend auf der
Konferenz mitwirken konnten. Zu verschiedenen Themen brachten wir in den
Verhandlungen unsere Statements ein und Staaten bezogen sich teils auf unsere
Standpunkte und Appelle. Auch durch öffentlichkeitswirksame Aktionen zwischen
den Plenarsälen und den direkten Austausch mit Delegierten vertraten wir die
Stimme der Jugend. Ich bekam den Eindruck, dass wir als Jugend die
internationale Biodiversitätspolitik aktiv mitgestalten können und diese
Möglichkeit definitiv weiter nutzen müssen!

Deswegen gilt es jetzt, als Jugend weiter vernetzt zu bleiben und sich gegenseitig
bei Projekten und der Umsetzung der Beschlüsse auf nationaler Ebene zu
unterstützen. In zwei Jahren sollten alle Aichi Ziele zum Schutz der Biodiversität
erreicht sein. Das wird nur noch bedingt machbar sein. Alle Staaten sollten
jedoch noch einmal alles geben, um diese Ziele zumindest teilweise zu erreichen.
Auch ist es an der Zeit, sich bereits Gedanken zu machen, welche adäquaten
Ziele wir uns für post 2020 setzen werden. Es gibt noch viel zu tun, deswegen
sollten wir uns alle für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen!