Jugend-Aktionsprogramm Artenschutz

Hier gibt's Info zu JAA-Aktionen, die bereits abgeschlossen wurden.


2010:
Schule am Winterrain

2009:
NAJU Leutkirch
NAJU Sulzfeld

2008 und früher:
NAJU Markgröningen
BUNDJugend Westlicher Enzkreis (Königsbach)
NAJU Weil der Stadt
NAJU Fellbach


Artenschutz an der Schule am Winterrain in Ispringen

Seit Sommer 2010 engagieren sich Schüler der „Schule am Winterrain" in Ispringen, einer Sonderschule für Kinder mit geistiger Behinderung in der Nähe von Pforzheim, für den Schutz des Steinkauzes.


Eine Gruppe von Schülern zwischen 13 und 18 Jahren, die sich selbst die „Umweltdetektive" nennt, hat im Sommer begonnen sich regelmäßig einmal die Woche im angrenzenden Wald zu treffen, um sich unter dem Motto „Natur erleben - Natur schützen" mit den Themen des Umweltschutzes zu beschäftigen.
Neben dem Umweltschutz stehen auch immer spannende Möglichkeiten der Naturbegegnung an, da viele Kinder außerhalb der Schule kaum die Möglichkeit haben, sich in intensiv in und mit der Natur auseinander zu setzen.

Gemeinsam mit der NAJU hat sich die Gruppe, die von zwei Lehrern betreut wird, dafür entschieden, am JAA teilzunehmen und sich für den Schutz des Steinkauzes zu engagieren.
Zum Einen fühlten sich die Schüler auf Anhieb total von dem sympathisch aussehenden Steinkauz angesprochen und zum Anderen ist das Aussterben des Steinkauzes in Ispringen auch ein regionales Problem.

In der Region existieren noch relativ viele Streuobstwiesen, welche der Steinkauz als Lebensraum benötigt. Leider sind die Streuobstwiesen für die Bauern nicht mehr rentabel und deswegen von der Abholzung bedroht. Außerdem existieren trotz relativ der großflächigen Streuobstwiesen zu wenig Rückzugs und Nistmöglichkeiten für die Käuze, die ja trotz ihrer geringen Größe sehr große Reviere beanspruchen.

In einem ersten Treffen mit dem NAJU Teamer Harald hat sich die Gruppe zunächst intensiv mit dem Steinkauz auseinander gesetzt: Wie sieht er überhaupt aus? Wie unterscheidet er sich von anderen Eulen? Wo wohnt er und wie sehen seine Höhlen aus? Was frisst er und wie fängt er seine Beute? Was sind die Bedrohungen des Steinkauzes? Passend zu Thema haben sich die Schüler dieses Wissen natürlich nicht einfach im Klassenraum angeeignet, sondern es mit einer spannenden Rallye mit GPS Geräten im Wald verbunden.
Begleitet und betreut vom NAJU Teamer konnten die Schülerinnen und Schüler an jeder Station Rätsel lösen und dann mit einem GPS Gerät zur nächsten Station navigieren. So wurden die Schüler nicht nur Steinkauz- Experten, sondern zugleich Fachleute für GPS gesteuerte Satellitennavigation.

Nachdem die Gruppe den Steinkauz nun kennen gelernt hatte, wollten sie natürlich auch erfahren, was sie für seinen Schutz machen können. Gemeinsam mit dem NAJU Teamer und einem weiteren Fachmann für den Schutz des Steinkauzes, traf sich die Gruppe auf einer Streuobstwiese. Hier konnten sie sehen, wie und wo der Steinkauz lebt. Außerdem hatten sie die Möglichkeit den Aufbau einer Steinkauzröhre kennen zu lernen. Aufgrund der Jahreszeit war es leider nicht möglich lebendige Steinkäuze zu beobachten.

Noch vor Ort ist die Idee entstanden, selber eine solche Steinkauzröhre zu bauen, und sie in Absprache mit den Besitzern der Streuobstwiese an einem geeigneten Platz aufzuhängen.
Es werden zwar nicht alle Röhren von den Käuzen angenommen, aber je mehr vorhanden sind, desto mehr Möglichkeiten bestehen für die Käuze, wieder eine Unterkunft zu finden.

Wenn im Frühling die Beringung der jungen Steinkäuze ansteht, wollen die Schüler den Steinkauz Fachmann gerne noch einmal begleiten. Vielleicht besteht dann auch die Möglichkeit, einen lebendigen Steinkauz zu sehen.

Text: Reinhard Matz und Christina Höggemeier

Jugendliche in Leutkirch (NABU Leutkirch)

... haben sich hochmotiviert mit dem Biber beschäftigt. Und sogar einen Teil der Herbstferien dafür geopfert.

Die GPS-Rallye zu Beginn der Aktion fanden alle super. Dass dabei auch noch Infos zum Biber vermittelt wurden, fanden die 13-Jährigen trotz Ferien okay. Am zweiten Tag ging es mitten rein in den Lebensraum des Bibers: Da wurde Biberdamm Leutkirchder vom Biber errichtete Damm bestaunt, die frisch renovierte Biberburg gesichtet, allerlei Biberspuren entdeckt und fotografiert und sogar ein Unterwasservideo gedreht. Krönender Abschluss war allerdings das "Ansitzen" hinter einem Tarnnetz. Dass trotz idealen Bedingungen kein Biber vorbei schaute, lag sicher nicht an den Nachwuchs-Naturschützern - die haben eine halbe Stunde lang still in die Nacht gelauscht. Der Grund war wohl eher: Eine aktive Bibersippe hat mehrere Baue!

Einige Bilder gibt es hier. Einen kleinen Unterwasserfilm gibt's auf dem youtube-Kanal der NAJU BW.

Die Jugendlichen ließen sich davon aber nicht bremsen und haben sich Ende November noch mal richtig ins Zeug gelegt: Ganz in der Nähe der Biberunterkunft haben sie Weidenstecklinge gepflanzt. Da Weiden bis zu 80 Prozent der Nahrung des Bibers ausmachen, hat der Vegetarier auch in Zukunft etwas zu beißen.

NAJU Sulzfeld

Die NAJU Sulzfeld hat sich 2009 sogar mitten in den Sommerferien getroffen, um sich für die Zauneidechse stark zu machen. Die soll wieder mehr Lebensraum rund um die Ravensburg erhalten. An drei Terminen haben die Sulzfelder Jugendlichen mit JAA zusammengearbeitet - und das ist erst der Anfang.

Am ersten Termin fand die beliebte GPS-Rallye statt - ein softer Einstieg in die Welt der Reptilien. Mit diesem Vorwissen bewaffnet wurde die Zauneidechse am zweiten Termin beobachtet und mehr: JAA-Teamer Harald Brandstetter zeigte, wie man Eidechsen mit ihrer Lieblingsnahrung Heuschrecken vorsichtig so füttert, dass sie nicht weghuschen, so dass man sie genau betrachten und sogar filmen kann. Einen ähnlichen Film (entstanden auf einer unserer Fortbildungen) kann man sich hier anschauen: Film "Zauneidechsen füttern".

Am dritten Termin bekam die Gruppe, die altersmäßig irgendwo zwischen Kinder- und Jugendgruppe liegt, Unterstützung von einigen Eltern. Teilweise musste auch mit schwerem Gerät gearbeitet werden. Hier ein Bericht von der Schutzaktion im September:

Lebensraum schaffen macht Spaß, auch wenn man dabei richtig zupacken muss. Das war beim 3. Tag des NAJU-Aktionsprogramms Artenschutz zur Zauneidechse im September  deutlich zu spüren. Ausgerüstet mit Hacken, Spaten, Hämmem und Meißeln starteten die NAJU Kids gemeinsam mit tatkräftigen Eltern eine Schutzaktion für das flinke Reptil: Den Bau eines Steinriegels. In einer Begrüßungsrunde berichteten die Kinder und Eltern, was sie noch von den beiden zurückliegenden Zauneidechsen-Aktionstagen wussten oder welche Erfahrungen sie in den Ferien mit Zauneidechsen gemacht hatten. Da gab es Erzählungen über Fütterungsversuche im Garten oder Beobachtungen im Urlaub über den Heuschreckenfang und vieles mehr. Während ein Team mit dem Errichten der Muschelkalkmauer und des Steinriegels begann. machten sich die beiden anderen Gruppen an die Eiablageplätze. Nach dem die Eiablageplätze und die Mauer zur Hälfte fertig waren, wurde in einer Pause bei Apfel-Schorle, Brezeln und Keksen neue Kraft gesammelt und das weitere Vorgehen besprochen. Danach ging es ans Holzholen im nahen Riedwald, um den noch fehlenden Totholzhaufen zu errichten, denn Zauneidechsen sonnen sich lieber auf Holz als auf Steinen. Der Totholzhaufen wird die Verbindung zur nahen Hecken herstellen und gemeinsam mit einem nicht gemähten Grasstreifen im Frühling und Sommer den Wanderkorridor für die dann hoffentlich bald einziehenden Eidechsen bilden.

Jetzt heißt es warten und beobachten, ob und wann die ersten Zauneidechsen den neuen Lebensraum besiedeln. Auf jeden Fall werden auch viele andere Tiere die Kombination aus Feuchtstelle, Hecke, Steinriegel, Totholz- und Sandhaufen erobern und eine reiche Artenvielfalt wird sich einstellen. Die NAJU Sulzfeld wird in ihrem ersten Biotop regelmaßig Tiere und Pflanzen beobachten und dokumentieren, um so zu sehen, wer nach und nach das Biotop besiedelt. Bei einem nächsten NAJU-Treffen werden wir noch eine Infotafel gestalten, die die Entstehung des Biotops beschreibt und Wissenswertes zur Zauneidechse enthält. Beteiligt am Projekt waren neben den Kids und ihren Eltern auch die Gemeinde, örtliche Unternehmen und der Revierförster. Die haben Holz und Steine gestiftet beziehungsweise transportiert und uns damit toll unterstützt. Danke!

(Text: Jürgen Hauptner, Bilder: Harald Brandstetter)

NAJU Markgröningen

NAJU MarkgröningenDer NABU in Markgröningen betreut schon seit Jahren einige Gelbbauchunken- Gewässer. Neu ist, dass es jetzt auch eine Jugendgruppe gibt. Und die setzt sich nun auch für "Gelbi" ein.
Im Juli startete das JAA-Programm mit der GPS-Rallye zu diesem Thema. Beim zweiten Termin untersuchten wir Tümpel im Glemstal bei Talhausen und im alten Steinbruch, der für Kartierungen und andere Untersuchungen ausnahmsweise betreten werden darf. Neben vielen erwachsenen Gelbbauchunken haben wir dort auch Kaulquappen und frisch umgewandelte Tiere gefunden! Bilder dazu findet Ihr hier.
Noch ist unklar, welche Schutzaktion die Lebensqualität der Gelbbauchunke in Markgröningen entscheidend verbessern kann, dazu werden die Jugendlichen weitere Standorte in Markgröningen überprüfen.
Bilder von der Aktion und viele andere schöne Fotos findet ihr auch auf der Homepage von Thomas Gölzer vom NABU Markgröningen.

BUNDjugend Westlicher Enzkreis (Königsbach)BUNDjugend Königsbach (Foto: V. Molthan)

Die BUNDjugend Westlicher Enzkreis befindet sich noch in der Gründungsphase. Die interessante Frage zum Start der Gruppe im Mai 2008 war also nicht: Was machen wir? Sondern vielmehr: Wer will überhaupt etwas machen?
Zur ersten Aktion zur Zauneidechse kamen dann einige interessierte Jugendliche, trotz Zeckenalarm und Gewitterfront ein gelungener Nachmittag. Der zweite Termin brachte Pech mit der Zauneidechse (das Wetter war nicht so gut), aber eine Überraschung krabbeliger Weise: Die Wiese war voller spannender und vielfältigster Insekten und damit voller 1A-Eidechsenfutter!
Im Oktober wurde dann noch eine Zauneidechse gesichtet, da stand aber die Planung zur Unterstützung des bedrohten Flitzers längst. Am 27. Oktober haben die Jugendlichen einen in den Boden versenkten Steinhaufen angelegt – das hieß: Buddeln, Hacken und Steine schleppen. Und das alles bei eine Hangneigung von ca. 30 Grad und Ekelwetter. Das konnte aber niemanden schrecken. Das multifunktionale Bauwerk wird kommenden Generationen von Eidechsen (und Schlangen?) als Sonnenterrasse, Versteckmöglichkeit vor jagenden Katzen und als Winterquartier dienen. Die Jugendlichen freuen sich deshalb schon auf erste Beobachtungen im Frühjahr 2009...
Hier ein paar Bilder.

NAJU Weil der Stadt

NAJU Weil der StadtDie NAJUs aus Weil der Stadt sind im wahrsten Sinne des Wortes über die Gelbbauchunke gestolpert. In einem Gebiet von Wochenendhäusern kreuzte die Unke den Weg von Gruppenleiterin Anne Mäckelburg. Überall in den künstlichen Teichen der Privatgelände hat sich das Tierchen ein neues Zuhause gesucht - vermutlich, weil andere Laichgewässer verloren gingen. So sitzen dort in jedem Eimer mit Wasser einige Tiere - da musste einfach etwas passieren. Die NAJUs haben dann bei JAA angefragt. Und so gibt es nun dort ein Gewässer mehr für "Gelbi" und Nachwuchs, und die Anwohner wurden durch einen Flyer infomiert, welchen inzwischen seltenen Gast sie in ihren Teichen beherbergen.
Fotos von der Aktion gibt's hier!

NAJU FellbachNAJU Fellbach (Foto: NABU/S. Hansen)

Die NAJU Fellbach ist schon seit Jahren für den Artenschutz aktiv. Bisher haben sich die Jugendlichen vor allem für Arten wie den Steinkauz und das Rebhuhn stark gemacht. Jetzt wollen sie sich stärker mit Reptilien und Amphibien befassen, da kam ihnen JAA ganz gelegen. Schon 2007 war das Thema die Zauneidechse.

In 2008 geht es um die Gelbbauchunke, die früher in Fellbach noch häufiger vorkam. Leider kann man sie heute kaum noch antreffen, deshalb ist es umso wichtiger, sich mit der kleinen Unke zu beschäftigen! Bilder von den Aktionen gibt's hier.

aktuelle Termine


Ausgezeichnet

Das Jugend-Aktionsprogramm Artenschutz ist ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung".


Stiftung Naturschutzfonds