"Erlebniswelt" Rechtsextremismus

Ellen Esen


Erscheinungsformen und Aktionen des Rechtsextremismus sind heute weder altbacken noch ewig gestrig. Ein neuer, moderner Rechtsextremismus ist auf den Plan getreten, der sehr subtil und dennoch aggressiv um Anhänger wirbt. Zielgruppe Nummer eins sind Jugendliche, die geködert werden mit kostenlosen Musik-CDs, Comics, interaktiven Websites, Konzerten und dem Versprechen von „Action". Selbst Aufmärsche kommen daher als Event mit Unterhaltungswert. Rechtsextreme Aktivisten verhüllen menschenverachtende Vorstellungen in Andeutungen und verbannen einschlägige Symbole zugunsten unverdächtiger Codes in der Schublade. Dieses Versteckspiel ist nicht einfach zu durchschauen und für Laien ist es mittlerweile schwer, Rechtsextremisten zu erkennen, denn sie tragen nur noch selten Springerstiefel und Glatze.

Mittlerweile werden Parolen und Outfit der „linken Szene" gnadenlos kopiert. „Autonome" und „Nationale Sozialisten" übernehmen Ästhetik und Aktionsformen des politischen Gegners. Gezielt wird versucht, sich jugendkulturell zeitgemäß zu präsentieren und thematisch bislang eher von Linken bestimmte Politikfelder zu besetzen. Rassistisches Gedankengut wird somit jugendgerecht verpackt und kommt daher als „Sozialprotest von rechts". Gerade an Jugendliche richtet die rechtsextreme Szene ihre wichtigsten Werbebotschaften: „Kameradschaft" und Zusammenhalt in schwierigen Zeiten.

Strategie und Ziele der extremen Rechten offen zu legen, aktuelle Kampagnen zu analysieren und Hilfestellungen zu bieten beim Erkennen und Deuten rechtsextremer Propaganda und Symbolik, ist ein Anliegen des Workshops.

 

Dieser Workshop findet mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung statt.